Die dunkle Gasse


Eine dunkle Gasse inmitten einer unbekannten Stadt nur spärlich beleuchtet von einer einzelnen Gaslaterne, an der eine dunkle Gestalt gelehnt stand. Sie hatte die Kapuze ihres dunklen mit purpurnen Streifen versehenen Mantels tief ins Gesicht gezogen und starrte in die Dunkelheit.

Es war eine Szene, die aus jedem beliebigen Film hätte stammen können und wirkte alles andere als ungewöhnlich, zumal eine zweite Gestalt, mit zerrissenen Kleidern und diversen Narben auf die einsame Gaslaterne zu humpelte.

Nichts an dieser Szene wäre wahrlich unnormal gewesen, wenn der Zeitpunkt und der Ort nicht etwas gewesen wären, an dem niemand, ja wirklich niemand ein Treffen zweier Gestalten für absolut unmöglich gehalten hätte.

Doch wenn man sich diese Unmöglichkeit vor Augen führte, so wirkte das nachfolgende Gespräch zwischen den beiden Gestalten vollkommen normal… Man erwartete es förmlich…

„Ich möchte die Zukunft ändern“, begann derjenige mit der Narbe, nachdem er einen guten Meter von dem Mann gestoppt hatte. Dieser blickte auf und fixierte den Mann mit rot glühenden Augen.

„Warum sollte ich euch eine Änderung der Zukunft gestatten? Wisst ihr überhaupt, welche Risiken eine solche Änderung mit sich bringt?“ Die Stimme des anderen wirkte weniger kratzig, sondern recht jung. Man hätte meinen können, es wäre ein Gespräch zwischen Vater und Sohn gewesen.

„Ich kenne die Risiken, denn ich bin… du!“

Die andere Gestalt nickte und führte den vernarbten Mann in die Dunkelheit. Die Straße, auf der dieses merkwürdige Gespräch stattfand gehört zu keiner bekannten Stadt auf der Erde oder irgendeines anderen Planeten. Doch die eigentliche Frage ist nicht, wo sie sich befindet, sondern eher wann, denn die beiden Gestalten trafen sich zu beginn der Zeit, dem einzigen Zeitpunkt, an dem es nur eine einzige mögliche Existenz gab und welche sich nun zum ersten Mal aufspaltete…

Der Wächter der Zeit war zum Anfang zurückgekehrt, um ein sich selbst gestecktes Tabu zu brechen…

Warum kehrte er zurück? Womöglich, um die Menschheit vor ihrem selbst verschuldeten Untergang zu bewahren, doch die Wahrheit werden wir nie erfahren…